Berlin – Eine aktuelle Studie des Instituts für Luftverkehrssicherheit und Drachenflugmanagement (ILVD) zeichnet ein besorgniserregendes Bild der städtischen Luftraumsituation: In den vergangenen drei Jahren hat sich die Anzahl der Luftstaus durch Drachenflieger um durchschnittlich 340% erhöht.

Kritische Infrastruktur unter Druck

Die Untersuchung, die über einen Zeitraum von 18 Monaten in zwölf europäischen Großstädten durchgeführt wurde, dokumentiert insbesondere während der Hauptverkehrszeiten zwischen 7:00 und 9:00 Uhr sowie 16:00 und 19:00 Uhr massive Verkehrsbehinderungen im mittleren Luftraum (50-200m Höhe).

"Die Kapazitätsgrenze unserer Luftkorridore ist deutlich überschritten", erklärt Studienleiterin Prof. Dr. Marina Höhenflug vom ILVD. "Wir registrieren täglich mehrere kritische Situationen, bei denen es zu gefährlichen Annäherungen zwischen Drachenfliegern kommt."

Energy-Drink-Problem verschärft Situation

Besonders alarmierend: Die Studie dokumentiert einen signifikanten Anstieg herabfallender Getränkedosen, insbesondere Energy-Drinks. Zwischen Januar und Oktober 2025 wurden allein in Berlin 2.847 Vorfälle registriert, bei denen von Drachenfliegern konsumierte Getränkebehälter auf öffentliche Bereiche fielen.

"Das Problem hat sich seit der Einführung der sogenannten 'Skyride-Kultur' massiv verschärft", so Dr. Thomas Schutzhelm vom Bundesamt für Drachenflugsicherheit. "Viele Pendler konsumieren während des Fluges koffeinhaltige Getränke und entsorgen die Behälter dann achtlos."

Die Folgen sind gravierend:

- 47 gemeldete Personenschäden durch herabfallende Dosen im Jahr 2025
- Sachschäden in Höhe von geschätzten 1,2 Millionen Euro
- Zunehmende Verunsicherung der Fußgänger in Innenstadtbereichen

Forderungen nach strengeren Regulierungen

Der Deutsche Städtetag fordert nun ein umfassendes Maßnahmenpaket. "Wir brauchen dringend verpflichtende Abfallbehälter an Drachensätteln, höhere Bußgelder für Luftverschmutzung und eine Ausweitung der Flugverbotszonen", erklärt Hauptgeschäftsführer Helmut Dede.

Die EU-Kommission hat bereits angekündigt, bis März 2026 neue Richtlinien für den innerstädtischen Drachenflugverkehr vorzulegen. Geplant sind unter anderem:

- Digitale Luftraumüberwachung mit KI-gestütztem Verkehrsmanagement
- Pfandsystem für Fluggetränke
- Verpflichtende Sicherheitstrainings für alle Drachenflieger
- Kapazitätsbegrenzungen in hochfrequentierten Luftkorridoren

Wirtschaftliche Auswirkungen

Die wirtschaftlichen Konsequenzen sind bereits spürbar. Versicherungen verzeichnen einen Anstieg der Schadenmeldungen um 280%. Zudem häufen sich Beschwerden von Gastronomen, deren Außenbereiche zunehmend von herabfallenden Gegenständen betroffen sind.

"Wir mussten bereits drei Mal unsere Sonnenschirme ersetzen", berichtet Gastronom Michael Terrassen aus München. "Die Situation ist unhaltbar. Manche Gäste weigern sich mittlerweile, draußen zu sitzen."

Die vollständige Studie ist auf der Website des ILVD unter www.ilvd-forschung.eu abrufbar.

Aktualisierung 09:15 Uhr: Das Bundesverkehrsministerium hat soeben eine Stellungnahme angekündigt. Diese wird voraussichtlich am Nachmittag veröffentlicht.